Sep 5, 2019
19 Views

Das Schweigen blieb von Assange-Anhängern auf den sozialen Medien nicht unbemerkt.

Written by

Das Schweigen blieb von Assange-Anhängern auf den sozialen Medien nicht unbemerkt.

Normalerweise gäbe es eine breite Medienberichterstattung, wenn ein Rockstar einen seiner legendären Hits vor dem britischen Innenministerium vortragen würde. Dies war bei dem kürzlichen Auftritt von Pink-Floyd-Frontmann Roger Waters in London nicht der Fall. Er hatte dort ein Gratis-Konzert gegeben, um auf die prekäre Lage des inhaftierten WikiLeaks-Gründers Julian Assange aufmerksam zu machen.
 
Die Mainstream-Medien aber ignorierten Waters Auftritt außerhalb des britischen Innenministeriums am Montagabend völlig. Eine Suche in der Zeitungsdatenbank ProQuest ergab keine Treffer bezüglich der Berichterstattung vonseiten einer britischen Zeitung zu der Veranstaltung, wie die britische Medienanalyse-Website Media Lens twitterte.
 
 
 
Im Zuge einer Google News-Suche lassen sich lediglich Beiträge einiger Nicht-Mainstream-Medien, etwa der World Socialist Web Site, des Irish Examiner, des in Ecuador ansässigen Senders Telesur, einiger türkischer Medien sowie von RT und Sputnik, feststellen – jedoch nichts von einer großen britischen Zeitung oder einem britischen Sender, geschweige denn vonseiten internationaler Medien.
 
 
 
Die Veranstaltung wurde von WikiLeaks mit 5,5 Millionen Followern und Roger Waters mit über 300.000 Followern selbst auf Twitter stark beworben – so scheint es, dass die mangelnde Berichterstattung der britischen Medien eine bewusste Entscheidung und kein Versehen war.
 
 
 
Das Schweigen blieb von Assange-Anhängern auf den sozialen Medien nicht unbemerkt.
 
“Wenn Roger Waters seinen Gitarrenkoffer öffnen und an irgendeiner Straßenecke in der Welt singen würde, wäre das normalerweise eine wichtige kulturelle Nachricht in den Mainstream-Medien”, schrieb jemand.
 
 
 
Für einen weiteren Twitter-Nutzer diente die mangelnde Berichterstattung im Guardian als weiteren Beweis dafür, dass es sich nur um ein Propagandainstrument” für den britischen Staat” handelt.
 
 
 
Chris Williamson von der Labour-Partei twitterte, dass er der “einzige Abgeordnete” sei, der an der Demonstration teilnahm, und fügte hinzu, dass die Inhaftierung von Assange “ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und den Journalismus” sei.
 
 
 
Auch hierzulande findet sich keine Berichterstattung zu der Veranstaltung. Dabei warnte der renommierte Investigativjournalist John Pilger eindringlich vor den internationalen Folgen für die Pressefreiheit, wenn Assange fällt und tatsächlich für seine journalistische Tätigkeit in die USA ausgeliefert würde.
 
Er mahnte: “Es ist keine Übertreibung, wenn man sagt, dass Julian Assange genauso behandelt und verfolgt wird, wie Diktaturen einen politischen Gefangenen behandeln. Es gibt einen Grund dafür, nämlich, dass Julian und WikiLeaks einen historischen öffentlichen Dienst geleistet haben, indem sie Millionen von Menschen Fakten dafür geliefert haben, warum und wie ihre Regierungen sie betrügen, heimlich und oft illegal, warum sie in Länder einmarschieren, warum sie uns ausspionieren.”
 
 
 
Dann nannte er bekannte Mainstream-Medien, die sich in vermeintlicher Sicherheit wägen, aber tatsächlich in Gefahr stünden, ebenfalls für das Berichten über die WikiLeaks-Enthüllungen an den Pranger gestellt zu werden. Keines von ihnen reagierte.
 
 
 
“Als ich Julian fragte, was ich heute sagen soll, hatte er dazu eine klare Meinung: ‘Sag, dass es nicht nur um mich geht. Es geht um viel mehr. Es geht um uns alle. Alle Journalisten und Verleger, die ihren Job machen, sind in Gefahr.’ Mit anderen Worten: Die Gefahr, mit der Julian Assange konfrontiert ist, kann sich leicht auf die gegenwärtigen und ehemaligen Herausgeber von The Guardian, The New York Times, Der Spiegel, El País in Spanien, The Sydney Morning Herald und viele andere Zeitungen und Medien auf der ganzen Welt ausbreiten, die die WikiLeaks-Enthüllungen über die Lügen und Verbrechen unserer Regierungen veröffentlicht haben. Noch nie zuvor in meiner Karriere als Journalist habe ich einen solchen Angriff auf unsere Freiheit erlebt, wenn man etwas veröffentlicht oder weiß. Die Botschaft ist klar und deutlich: Sei vorsichtig, sonst landest auch Du in einem amerikanischen Höllenloch. Journalismus ist kein Verbrechen in den Vereinigten Staaten – noch nicht. Doch wenn Julian ausgeliefert und verurteilt wird, wird er zu einem Verbrechen – der Journalismus, der gute Arbeit leistet und den Menschen sagt, was die Regierungen hinter ihrem Rücken tun, in ihrem Namen.”
 
Article Categories:
Bestsellers

Leave a Reply

4034 visitors online now
4034 guests, 0 members
All time: 4034 at 09-16-2019 05:25 pm
Max visitors today: 4034 at 12:04 am
This month: 4034 at 09-16-2019 05:25 pm
This year: 4034 at 09-16-2019 05:25 pm